Diskussion über Salz, Fett und Zucker in Lebensmitteln

2019-07-31 13:07

Antwort der Bamberger Fleischerinnung

Die Reduktion des Salz-, Fett- und Zuckergehaltes von Lebensmitteln nimmt in der Ernährungsdiskussion und in den aktuellen Medien einen breiten Raum ein. Es werden Maßnahmen in der Ernährungsbildung gefordert, neue Deklarationsvorschriften für Nährwertangaben diskutiert und Hersteller aufgefordert, ihre Verantwortung für die Folgen des Konsums ihrer Produkte wahrzunehmen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erarbeitet derzeit eine Nationale Strategie für die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten.

Die Erzeugung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse, landwirtschaftlicher Produkte und handwerklicher Lebensmittel tragen traditionell entscheidend zum Erhalt regionaler Wertschöpfungskette bei. Diese Tradition und das damit einhergehende Verbrauchervertrauen, dürfen bei der Diskussion rund um die oben genannte Reduktion nicht verloren gehen.
Ebenso wenig dürfen wir zulassen, dass die Produkte unserer Handwerksmetzgereien negativ in den Fokus gerückt werden. Eine negative Besetzung dieses Themas muss verhindert werden, denn es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Lebensmittel per se gesundheitsschädlich sind.


Generell muss bei der Diskussion um eine Salz-, Fett- und Zuckerreduktion immer der Aspekt einer gesunden und ausgewogenen Ernährung im Fokus stehen. Und wie so oft wird das komplexe Thema „gesunde Ernährung“ nur auf die Nahrungsaufnahme reduziert. Tatsächlich gehören z.B. Bewegung und Disziplin sowie ein fundiertes Ernährungswissen
ebenso zu einer gesunden Lebensweise.
Wie handelt der Verbraucher tatsächlich? Diese Frage steht bei den über die Medien aufgezwungenen und durch die Ernährungsindustrie verursachten Debatten immer hinten an. Fakt ist: Allzu gerne greift der Verbraucher zu den hochgradig zuckerhaltigenFrühstücksflocken oder den zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken. Fakt ist jedoch auch: Es gibt keine ungesunden Lebensmittel - sonst wäre deren Verkauf verboten. Somit sind grundsätzlich auch Zucker, Salz und Fett nicht lebensgefährlich. Entscheidend ist eben die konsumierte Menge, die ein Lebensmittel u.U. gefährlich macht.
Daher ist eine Pauschalisierung der Reduktion über alle Lebensmittel hinaus nicht möglich. Wie und bis zu welchem Reduktionsgrad eine Produktanpassung individueller Produkte erfolgreich gelingen kann, ohne akzeptanzmindernd zu wirken, kann überprüft werden.
Eines ist jedoch sicher: Eine Produktion gesunder, handwerklich hergestellter Wurstwaren ohne Fett und Salz ist nicht möglich. Das bedeutet auch, keine handwerklich hergestellte Weißwurst, Wiener Würstchen oder Salami ohne Fett und Salz. Wir möchten festhalten, dass das Fleischerhandwerk ein flexibles Handwerk ist, welches sich auch stets an die
Veränderungen des Verbraucherverhaltens anpasst. Unsere Betriebe stellen bereits fettreduzierte Produkte her. Die Werte liegen weit unter den geltenden Risikowerten. Zusammengefasst dürfen wir festhalten: Wir befürworten und unterstützen frische, regionale, handwerklich hergestellte Lebensmittel gepaart mit einem ausgeglichenen gesunden Lebensstil. Wir möchten dem Verbraucher keine Lebensweise aufzwingen und befürworten auch ausdrücklich nicht den täglichen Konsum von Fleisch und Wurst - diesen aber in einem bewussten und gesunden Maße und wenn dann mit Produkten vom Handwerksmetzger des Vertrauens.

Fleischerinnung Bamberg Stadt und Land

Norbert Liebig, Obermeister

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