Schweinehaltung: Fleischerverband warnt vor Schlupflöchern für Großunternehmen

2018-09-22 07:55

„Die Vorstellung, dass die Mehrheit der Verbraucher mehr oder weniger freiwillig den doppelten Preis für ein Lebensmittel zahlen würde, sehen wir eher zurückhaltend“, sagt Gero Jentzsch, Sprecher des DFV und weist darauf hin, dass die Fleischpreise schließlich nicht politisch bestimmt, sondern den Gesetzen des Marktes unterworfen sind.

So sei es entscheidend, dass der Verbraucher flächendeckend höhere Preise akzeptiert und es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommt. Eine Befürchtung der Fleischer: Fleisch von Schweinehaltern aus Deutschland könnte teurer werden und im Supermarkt werden dann Fleisch und Fleischprodukte aus dem Ausland angeboten, weil industrielle Wettbewerber ihren Bedarf am billigeren Auslandsmarkt decken oder der Gesetzgeber Schlupflöcher für Großunternehmen einbaut. Das würde Handwerksfleischer benachteiligen, die oft noch mit örtlichen Bauern zusammen solche für den Handwerksbetrieb maßgeschneiderten Tiere erzeugen oder einem Markenfleischprogramm angehören.

Doch Jentzsch betont auch: „Wir befürworten selbstverständlich, wenn es mehr hochwertiges und auch unter höheren Standards produziertes Fleisch auf dem Markt gibt.“ Er bezieht sich dabei auf die Entwicklungen, die sich derzeit bei der Schweinehaltung abzeichnen und auf die auch der Bauernverband anspielt, wenn er davon spricht, dass die Schweinehalter künftig einen höheren Aufwand und höhere Kosten haben könnten.

So ist einerseits das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration geplant und die Schweinehalter müssen dafür Alternativen nutzen. Ab wann es wirklich gelten soll, wird derzeit noch debattiert. Andererseits müssen Schweinehalter künftig auch ihre Ställe umbauen, um strengeren Anforderungen zu genügen. Denn die Mastschweine in den meisten Ställen haben zu wenig Platz.

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